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Ostereier ausblasen

Posted on Sa 03 April 2021 in DIY & Workshop

Ostern, das Fest des Hühnereis. Besonders beliebt in ausgeblasener Form. Und so werden alljährlich Millionen von Löchern in Eier gebohrt und dann mit Leibeskräften hinein geblasen, bis der Kopf rot und geschwollen ist. Ich möchte wetten, dass man an den Tagen vor Ostern einen statistisch signifikanten Anstieg von Schlaganfällen beobachten könnte, wenn sich jemand die Mühe machte, das zu untersuchen. Wer weiß – vielleicht hat ja dieser Effekt die Daten rund um den Astrazeneca Impfstoff verfälscht und selbigen so in Verruf gebracht?

Zweifelsohne handelt es sich um ein ernstes Problem, das dringend einer zeitgemäßen Lösung bedarf.

Präzisionsbohrung

Das erste Problem besteht darin, zwei brauchbare Löcher in das Ei zu bekommen. Der versierte Heimwerker wird sicher unmittelbar erkennen, dass die naheliegendste Lösung in einer Standbohrmaschine und einem geeigneten Bohrer liegt. Spiralbohrer für Metall funktionieren, noch besser geeignet sind jedoch Glas- oder Fliesenbohrer mit speerförmiger Spitze. Natürlich ist hier gefühlvoll vorzugehen, um die Schale nicht zu zerbrechen.

Bleibt die Frage, wie man das Ei am besten fixiert. Auch das ist leicht zu lösen. Ein Industrieeierbecher lässt sich schnell aus einem handelsüblichen 50/50 HT-Anschlusstück und einer passenden Gummimanschette herstellen. Je nach Größe des Eis ist eine 50/40 oder 50/30 Manschette zu empfehlen:

Industry strength egg cup Industry strength egg cup

Dieser Eihalter lässt sich nun problemlos in einen Maschinenschraubstock einspannen, so dass das Ei zur Bohrung korrekt positioniert und fixiert werden kann.

Überdruckentleerung

Als nächstes ist das Problem zu lösen, wie man die im Inneren des Eis befindliche gallertige Masse aus selbigem herausbekommt. Der traditionelle Ansatz des oralen Druckaufbaus bei suffizientem Lippenschluss gibt hier erste Hinweise. Alternativ wäre an Vakuumextraktion zu denken, aber einen Kompressor habe ich zur Hand, eine Vakuumpumpe nicht, und schon gar keine Vakuum-tauglichen Schläuche. Also verfolgen wir den konventionellen Ansatz.

In einen 40mm Muffenstopfen bohren wir nun erstmal ein 16mm Loch, um dann das 3/8" Gewinde eines Druckluftanschlusses durchführen zu können. Ist ein bisschen knapp, aber ich hatte keinen 17mm Bohrer und mit etwas Nachdruck bekommt man das Metallgewinde durch die Plastikkappe. Eine passende 3/8" Mutter hatte ich nicht zur Hand und so wurde eine 3/8" Kappe durchbohrt und als Mutter missbraucht:

improvised nut Compressed air connector

Eine geeignete Ei-Aufnahme haben wir ja schon und nun fehlt uns eigentlich nur noch das Gegenstück für das diametral gelegene Loch. Das lässt sich nach dem gleichen Prinzip bauen, nur habe ich diesmal ein 50/40 HT-Anschlussstück verwendet, welches dann mittels eines Gummi-Rohrverbinders und Schlauchschellen mit dem 40mm Muffenstopfen verbunden und luftdicht verschlossen wird.

Compressed air adapter Compressed air adapter

Testlauf

Alles zusammenbauen und einem ersten Test des Wunderwerks steht nichts mehr im Wege. Also ein passendes Ei besorgen und zwei Löcher bohren.

Industry strength egg cup

Kompressor verbinden und einschalten, Ausblasvorrichtung ansetzen und durch gefühlvollen Druck auf das Ei für dichten Formschluss sorgen. Bei Dichtheitsproblemen die Gummimuffe leicht mit Vaseline einfetten.

Na das geht doch wie geschmiert! Darauf hat die Menschheit gewartet.

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