IBM x3690-X5 Hardware Tour

Posted on Mo 06 Januar 2020 in computer

In der Zeit gegen Jahresende kommt man ja bekanntermaßen immer in diese Stimmung in der man gerne Sachen kauft. Teils für seine Lieben, aber auch zum selber Spaß haben. Und so ziehen Millionen Menschen durch die Innenstädte und den Online-Handel auf der Suche nach etwas schönem, mit dem man sich "zwischen den Jahren" beschäftigen könnte. So auch ich.

Und ich bin fündig geworden: ein hübsches kleines Stück Elektronik, genau richtig, um mir die Feiertage zu versüßen – ein gebrauchter Server. Konkret ein IBM x3690-X5. Und wenn ich ganz ehrlich bin ist es nicht einer, sondern zwei. Die gab's im Doppelpack auf einer Auktionsseite. Ein Rechenzentrum hat sie ausgemustert. Sehr zum Verdruss meiner Frau. Und so stelle ich Euch heute mal dieses Prachtstück vor.

Specs

Fangen wir mal mit den Eckdaten an:

  • IBM x3690-X5, Model 7147-AC1
  • 2U Einbauhöhe
  • 2x Intel Xeon E7-2830 @2.13GHz (=16 Cores / 32 Threads)
  • 512GB RAM (Maximal 2TB unterstützt)
  • ServeRAID-M5015 SAS/SATA RAID Controller
  • 16 Hot-Swap Slots für 2.5" SAS/SATA HDDs/SSDs (für 4 davon ist bereits eine Backplane installiert)
  • 1x Slot für CD/DVD drive (leer)
  • 2x NetXtreme 1Gbit Ethernet, Broadcom 5709C
  • 1x 100Mbit Ethernet für IMM (Integrated Management Module)
  • Lightpath Diagnose-Panel
  • 4 redundante Netzteile (hot swap fähig)
  • 2 Fiber Channel Karten mit je 2 Anschlüssen.
  • Diverse PCIe Slots
  • 8x USB 2.0: 2x front, 2x internal, 4x back
  • 2x VGA, Matrox G200eV (front & back)
  • 1x serial (RS232)

Das war zu seiner Zeit ein wirklich heißes Teil. Klar, heute gibt's noch viel stärkere Maschinen, aber selbst im Alter von 7 Jahren ist das kein Spielzeug – der hat fast soviel RAM, wie mein Laptop Festplatte! Und mit 16 Kernen bzw. 32 virtuellen CPUs, denen je 16GB RAM zur Verfügung stehen kann man einen Haufen Virtual Machines starten, ohne dass ihnen die Puste ausgeht.

Festplatten waren aus Datenschutzgründen leider keine dabei. Ursprünglich waren SSDs verbaut und der Vorbesitzer wusste um die Problematik, SSDs zuverlässig komplett zu löschen und hat sie lieber vernichtet.

Server-Porn

Bevor wir ihn in Betrieb nehmen, werden wir ihn uns aber gründlich ansehen und er muss sich mal für uns nackig machen.

Vorne erkennt man die Hot-Swap Slots für die Festplatten, den Slot für das optische Laufwerk, einen VGA-Port, 2x USB sowie das Lightpath Panel:

Und auf der Rückseite gibt es neben den Netzteilen viele Anschlüsse und Abdeckungen der PCIe Slots zu sehen. Auf der Oberseite finden wir neben dem Hebel zur Öffnung des Gehäuses auch eine Serviceklappe über die wir an die 5 Lüfter kommen. So kann man sie auch im laufenden Betrieb wechseln. Überhaupt gilt: alles was orange markiert ist taugt für Hot-Swap.

Nun machen wir mal den Deckel auf und finden darunter einen sehr aufgeräumten Innenraum, der v.a. von einer gefühlten Million RAM-Riegel dominiert wird:

Diese wohnen auf einem hübschen Tray, das als ganzes entnommen werden kann. Darunter kommen weitere Speicherriegel, sowie die CPUs zum Vorschein:

Von den 16 Festplatten-Slots sind nur 4 mit einer Backplane versehen sind, d.h. wir müssten aufrüsten, wenn wir mehr Platten einbauen wollen. Der RAID-Controller findet sich hinten in der Mitte. Daneben wohnen zwei Qlogic FiberChannel Karten und ein PCI Riser board, das auch die zwei internen USB Ports zur Verfügung stellt. In denen kann man z.B. USB Sticks platzieren, in denen dann ein Hypervisor gestartet wird. Oder ein Image eines Notfallsystems, oder was auch immer.

So mein Lieber – nun darfst Du Dich wieder anziehen.

Das war mein kleiner Überblick über die Hardware. Beim nächsten mal schauen wir uns dann genauer an, wie er konfiguriert wird und wagen den ersten Bootvorgang.