Solar Gartenleuchte

Posted on Mi 06 Mai 2026 in Computer & Electronics

Heute fühle ich mich ein kleines bisschen wie Big Clive 1, denn wir haben hier ein Solar-Gartenlicht vor uns. Auf den ersten Blick sieht es aus wie eine riesige, trübe Seifenblase:

Und ihr Job ist es, Licht zu spenden, das sie zuvor mittels Solarzelle eingefangen und im Akku eingesperrt hat. Ob das artgerechte Haltung für Sonnenstrahlen ist möge jemand anderes bewerten, aber der Punkt ist: Irgendwas geht da schief, denn das Teil leuchtet nicht mehr, so die Besitzerin. Und diesem Mysterium wollen wir heute auf den Grund gehen.

Hosen runter

Also erstmal den "Schirm" von der Elektronik trennen und einen Blick darauf werfen:

OK – Auf der Unterseite finden wir einen Ein-/Ausschalter, sowie einen Taster. Spielen wir mal mit denen rum – keine Reaktion.

Die Oberseite wird von der Solarzelle dominiert. In deren Mitte findet sich ein kleiner Streifen Platine mit vier LEDs drauf. Also testen wir die mal. Die beiden äußeren sind RGB LEDs und alle drei Farben leuchten hübsch, wenn ich mit meinem Multimeter im Diodentest-Modus nachmesse. Die beiden in der Mitte sind weiß bzw. orange (vielleicht auch extremes Warmweiß). Also scheint hier alles in Ordnung zu sein. Ein paar Impressionen:

Dann lösen wir mal die Schrauben und arbeiten uns ins Innere des Gehäuses vor. Eine fehlt allerdings – war da schonmal jemand drin? Wie auch immer – die Platine sieht auf den ersten Blick simpel aus:

Die Ladeschaltung verbirgt sich auf der Rückseite:

Als erstes testen wir aber mal den Akku:

Oha – 1.2V sind nicht viel. Nominell sollte so eine Lithiumzelle 3.6V haben und unter 2.5V sollte sie niemals fallen. Testweise lege ich sie mal in mein Ladegerät, aber dieses erkennt die Zelle bei der niedrigen Spannung garnicht erst. Die ist wohl hin.

Bleibt die Frage, ob sie einfach an Altersschwäche, oder durch Tiefentladung gestorben ist, oder ob vielleicht die Solarzelle bzw. Ladeelektronik hinüber ist. Legen wir das Ding mal ans Licht und messen, ob da Spannung ankommt. An der Solarzelle messe ich 5.9V. Ob das normal ist weiß ich nicht, aber es sollte in jedem Fall genügen, um eine Lithiumzelle zu laden. An den Polen des Batteriehalters liegen 4.1V an. Das scheint ok. Ich denke, für eine Reparatur haben wir genug gesehen.

Diagnose: Toter Akku

Therapie: Neuen Akku besorgen.

Der alte ist eine 18650 Zelle, sowas sollte ich da haben, aber leider sind meine zu kurz – es fehlen bestimmt 5mm. Offenbar hat die verbaute Zelle eine integrierte Schutzelektronik. Das ist löblich, verhindert aber leider, dass ich die Leuchte ad hoc mit einem vorrätigen Akku repariere. Also noch ein letzter Test: Wir geben mal 3.7V mit dem Labornetzteil auf die Pole des Akkuhalters, um zu sehen, ob das Ding auch leuchtet. Tut es, aber nur wenn man die Hälfte der Solarzelle abdeckt. Das erscheint sinnvoll, macht den Test aber nicht einfacher. Egal – wir bestellen mal eine passende Zelle.

Ein paar Tage später war sie da. Einbauen, alles zusammenschrauben, einschalten, geht.


  1. Big Clive's YouTube Kanal ist jedem Bastler zu empfehlen! Und er hat schon alle möglichen Solarleuchten zerlegt...